Folge 30, Selbstreflexion als Kernkompetenz einer Führungkraft
Shownotes
Warum ist Selbstreflexion eine Kernkompetenz guter Führung? In dieser Folge geht es darum, wie Führungskräfte die eigene Wirkung besser einschätzen, ehrliches Feedback fördern und aus Erfahrungen gezielt lernen können. Mit konkreten Praxistipps im Gespräch mit unserem Arbeitgeberberater für Personal- und Organisationsentwicklung Tobias Holtz zeigen wir, wie sich Selbstreflexion einfach in den Führungsalltag integrieren lässt, bewusst, zielgerichtet und handlungsbezogen. Selbstreflexion ist das am meisten unterschätzte Handwerkszeug für Führungskräfte und genau deshalb auch ein wichtiges Thema für Arbeitgeber.
Bitte beachten Sie: In diesem Format reißen wir die Themen nur kurz an. Für eine tiefergehende oder individuelle Beratung stehen wir unseren Mitgliedern gerne zur Verfügung. Die Kontaktdaten und eine Übersicht unserer Leistungen finden Sie hier: www.av-lueneburg.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu Arbeitsrecht in Kürze,
00:00:03: dem Podcast
00:00:04: des Arbeitgeberverbandes Rüneburg Nordost-Niedersachsen.
00:00:07: Hier sprechen wir über zentrale Fragen
00:00:09: des Arbeitsrechts, analysieren wegweisende Entscheidungen der Arbeitsgerichte und geben wertvolle Einblicke in die Welt der Personalentwicklung und Gewinnung – kurz, klar und auf den Punkt!
00:00:20: Alles was Sie als Arbeitgebers wissen sollten.
00:00:23: Herzlich willkommen zu dieser neuen Folge ja heute wieder mit einem Thema aus der Personal- und Organisationsentwicklung.
00:00:29: Und zwar möchte ich heute mit unserem neuen Arbeitgeber Berater für Personal- & OrganisationsEntwicklung Tobias Holz sprechen, unser Thema ist heute Selbstreflexion als Kernkompetenz einer Führungskraft.
00:00:41: Tobias Holz ist Psychologe mit langjähriger Berufserfahrung unter anderem im Führungskräftecoaching und er hat sich dieses Thema für heute gewünscht.
00:00:48: Herzlich willkommen hier in dieser Folge,
00:00:50: Tobias!
00:00:51: Ja auch von mir ein herzliches Willkommen.
00:00:53: ich freue mich sehr hier zu sein Rosalie und ein bisschen was zu dem Thema sagen zu dürfen.
00:00:57: Und von meiner Seite aus auf jeden Fall das Versprechen dass Sie am Ende dieser Podcastfolge mehr Hintergrundwissen haben über das Thema Selbstreflexion Und sie bekommen auch verschiedene Praxistips an die Hand, die Sie ab morgen sofort umsetzen könnten.
00:01:12: Ja wieso hast du dir denn gerade dieses Thema gewünscht und das ausgewählt für heute?
00:01:16: Ich habe dieses Thema gefehlt weil ich das für eines der am meisten unterschätzten Handwerkszeuge für Führungskräfte halte und auch das am schlechtesten beigebrachte.
00:01:27: Deshalb ist es nicht nur für Füllungskräfte wichtig sondern auch für alle Arbeitgeber.
00:01:33: Führung wird nämlich oft gelehrt wie eine Art Werkzeugkasten, das wird auch gerne in Seminaren verwendet – ich gebe euch hier ein Werkzeug-Kasten an die Hand, aber niemand fragt wer hält denn da eigentlich diese Werkzeuge in der Hand?
00:01:49: Vieles was im Unternehmen als Führungsproblem verhandelt wird ist in Wahrheit nämlich ein Wahrnehmungsproblem, die Führungenkraft sieht sich anders als das Team sie sieht.
00:01:59: Und das ist keine Charakterfrage, sondern eine strukturelle Nebenwirkung der Rolle und deshalb bearbeitbar.
00:02:06: Theoretisch wissen das auch die meisten.
00:02:08: über Selbstreflexion sind sich eigentlich alle einig dass es wichtig ist aber fast niemand tut das wirklich.
00:02:14: Okay ja dann fangen wir erstmal vielleicht mit einer Begriffsklärung hier an.
00:02:17: Was genau bedeutet eigentlich Selbstreflexion?
00:02:20: Das ist ja gegebenenfalls ein bisschen schwer zu fassen, auch wenn sich ja jeder wahrscheinlich darunter etwas vorstellen kann.
00:02:25: Vielleicht kannst du das mal näher ausführen.
00:02:27: Ja also das ist wichtig was du sagst.
00:02:28: es ist tatsächlich schwer zu Fassen auch wenn man den Begriff kennt.
00:02:31: ich könnte jetzt natürlich einfach hier eine Definition runter nattern kann nicht einmal kurz machen.
00:02:35: selbst reflektion ist die bewusste.
00:02:39: selbst Reflektion ist Die bewussten zielgerichte betrachtung des eigenen erlebens und verhaltens mit der absicht daraus etwas zu verstehen stehen und gegebenenfalls anders zu handeln.
00:02:49: Das ist inhaltlich sicherlich richtig, aber trotzdem so ein bisschen abstrakt glaube ich und nichts aussagend.
00:02:55: daher finde ich das viel spannender mal das so ein bißchen umzudrehen und zu versuchen dass man darüber zu erklären was Selbstreflexion nämlich nicht isst und womit das oftmals gerne verwechselt wird.
00:03:08: Und das ist so.
00:03:09: der erste Punkt, Selbstreflexion ist nicht dasselbe wie Grübeln und das ist nicht einfach nur irgendwie eine nette Unterscheidung sondern tatsächlich auch empirisch belegt.
00:03:19: Grundsätzlich ist so.
00:03:20: beide Begriffe bedeuten schon, dass meine Aufmerksamkeit nach innen gerichtet ist aber sie unterscheiden sich ganz stark im Motiv und in den Folgen.
00:03:30: Ist jetzt ein großes Wort, aber bisschen Anführungsstrichen-Gesetz.
00:03:34: Bedrohung und Verlust angetrieben und geht meistens auch mit psychischer Überlastung einher.
00:03:40: Reflektion hingegen ist von Neugier und Interesse an Erkenntnis angetrieben und geht mit einer ausgeprägten Selbsterkenntnisse einher.
00:03:48: Und der zweite Punkt wo man ein bisschen differenzieren muss ist Reflexion und Erkenntniss ist nicht dasselbe.
00:03:56: Man sollte ja grundsätzlich meinen, je mehr man über sich selber nachdenkt desto mehr weiß man über Sich.
00:04:02: Aber ganz so ist es tatsächlich nicht!
00:04:05: Man kann theoretisch sehr viel Zeit mit Selbstreflexion verbringen oder Grübeln verbringen ohne irgendeine Erkenntnis zu gewinnen.
00:04:13: Das wäre schlecht.
00:04:14: Genau wir kommen da später nochmal drauf was man tun kann damit das nicht passiert.
00:04:19: Dennoch ist Selbsterkenntnis natürlich wichtig denn Das ist ein Schutzfaktor beispielsweise vor Depressionen, Angst und Stress.
00:04:27: Und wirkt sich auch positiv auf kognitive Flexibilität und Selbstregulation aus.
00:04:32: Reines unbewusstes Nicht-Zielgerichtet uns und nicht handlungsorientiertes Übersicht nachdenken hingegen Ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Angst und Stress.
00:04:41: Da können wir jetzt nämlich schon eigentlich die drei Kernpunkte mitnehmen Wir immer im Hinterkopf haben sollten, wenn wir sagen, wir betreiben Selbstreflexion.
00:04:51: Ich sollte immer darauf achten dass das zielgerichtet ist also mit irgendeiner konkreten Frage im Kopf.
00:04:57: Dass das handlungsbezogen ist also Mit offenen Ausgang und dass das nicht für mich zur Selbstbestätigung dient.
00:05:07: Das sind nämlich drei Sachen die beim Grübeln gerne passieren.
00:05:11: Zum Abschluss der Frage, was Selbstreflexion eigentlich ist.
00:05:14: Möchte ich vielleicht noch etwas aus der Praxis erzählen?
00:05:17: Ja bitte mach das!
00:05:17: Das ist mir besonders spannend.
00:05:20: Ein kleiner Tipp vielleicht, was alle Zuhörenden selbst tun können um für sich selber zu unterscheiden.
00:05:25: Handelt es sich jetzt gerade um Grübeln oder um Reflexion?
00:05:29: Zunächst kann man feststellen das ist so meine Erfahrung dass auf die Frage hin reflektieren sie sich selbst praktisch niemand mit Nein antwortet weil ich sage das ja Eingangs die meisten auch schon begriffen haben.
00:05:39: Das ist eine wichtige Sache.
00:05:41: Aber wenn man dann mal so die Anschlussfrage stellt, wann haben Sie das letzte Mal die Meinung über sich selbst geändert?
00:05:48: Da kommt meistens eher länger keine Antwort.
00:05:51: Und da kann ja jeder Zuhörer gerne jetzt auch gerade mal drüber nachdenken für sich selbst.
00:05:56: Das zeigt nicht jedes Nachdenken ist Selbstreflektion in dem Sinne wie wir es heute besprechen.
00:06:01: und nun möchte ich so einen kleinen Ich nenne ihn mal zwei Minuten Test mitgeben, der einem dabei helfen kann das für sich mal einzusortieren.
00:06:08: Sind drei Fragen wenn man so sich Gedanken macht die man mal für sich selber beantworten können.
00:06:14: Die erste Frage ist kreise ich um dieselbe Formulierung oder komme ich tatsächlich weiter in meinen Gedanken?
00:06:21: Die zweite Frage ist suche ich die Schuld für irgendetwas oder suche eine Ursache für irgendwas?
00:06:27: sind auch zwei unterschiedliche Dinge?
00:06:29: und die dritte Frage kann nicht Am Ende meiner Gedanken ein Satzbilden, der mit beim nächsten Mal anfängt.
00:06:37: Das ist dann die Handlungsorientierung sozusagen.
00:06:41: Wir können also festhalten, selbst Reflexion an sich ist kein Charakterzug das ist eine Tätigkeit.
00:06:46: man ist nicht reflektiert Man reflektiert oder eben nicht.
00:06:50: Und man kann theoretisch auch jahrelang über sich nachdenken und nichts daraus lernen.
00:06:55: Nachdenken ist nämlich einfach nur der Aufwand, Erkenntnis ist dann das Ergebnis.
00:06:59: und die beiden Begriffe, die kommen auch nicht automatisch zusammen.
00:07:03: Grübeln dreht sich, Reflexion bewegt sich, kann man sagen.
00:07:06: Danke schon mal für diese Einordnung!
00:07:07: Das war ja direkt eine längere Begriffsklärung, da sieht man wie komplex das ist... Jetzt haben wir ja die Führungskraft schon im Titel dieser Folge.
00:07:14: Da wäre jetzt meine nächste Frage, wie unterscheidet sich denn eigentlich die Selbstreflexion eines Managers oder auch einer Führungskraft eben gegenüber der in einer anderen Rolle?
00:07:23: Ganz wichtige Frage zu dem Thema!
00:07:26: Es ist grundsätzlich nicht so, dass sich Führungskräfte wegen ihrer Rolle jetzt mehr reflektieren sollen als andere.
00:07:32: Die Antwort kommt eher von einer strukturellen Ebene.
00:07:36: Wie
00:07:36: meinst du das genau?
00:07:38: Ja die Führungsrolle verändert die Bedingungen unter denen Selbstwahrnehmung überhaupt zur Stange kommt und zwar in zwei unterschiedliche oder zwei ungünstige Richtungen gleichzeitig verzerrt.
00:07:49: Einerseits wird meine Innenperspektive verzerrt und meine Außenkorrektur fällt weg.
00:07:55: Ist das so aus der Praxis belegt?
00:07:56: Also, sind das deine Erfahrungen
00:07:58: oder... Ja es sind zum einen meine Erfahrungen und gerade dazu gibt es tatsächlich auch eine Menge gute Studien.
00:08:04: Ich habe jetzt hier mal drei Gründe für meine Aussage mitgebracht.
00:08:07: Einmal, zwei tausend sechs wurde herausgefunden dass macht nachweislich die Fähigkeit zur Perspektivübernahme verringert.
00:08:17: Was bedeutet das?
00:08:18: In mehreren Untersuchungen wurde belegt, dass erstens die Wahrnehmung mit zunehmender Macht um einen Selbstkreist – also man wird so ein bisschen egozentrischer sozusagen – mit zunemener Macht, dass der zweite Punkt teilen auch andere Menschen weniger mit mir ihr Wissen?
00:08:39: und Und drittens mit zunehmender Macht nehme ich auch den Emotionsausdruck von anderen Menschen nicht mehr so genau wahr.
00:08:48: Ich denke, das gibt oder fast jeder unserer Zuhörenden wird da Situation im Kopf haben, im Umgang mit irgendeiner Führungskraft irgendwann in dem Leben mal wo man sagt ja... Doch das kenne ich irgendwie.
00:09:00: Der zweite Grund, seit Jahrzehntzehn gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass mit zunehmender Macht auch die Selbstüberschätzung zunimmt und eine ausgeprägte Selbstüverschätzung ist eigentlich in fast allen zwischenmenschlichen Situationen problematisch.
00:09:17: Da müssen wir gar nicht über Beruf nachdenken – das ist im Privaten auch so!
00:09:21: Ja.
00:09:21: und der dritte Grund die Rolle, die Rolle einer Führungskraft verändert welches Feedback überhaupt bei mir ankommt.
00:09:29: Mit zunehmender Macht wird es nämlich schwieriger ehrliches Feedback zu bekommen.
00:09:33: ich muss dann das Feedback auch wirklich aktiv einfordern und das tun die meisten leider nicht weil sie denken ja wenn die Mitarbeiter mir was sagen wollen dann kommen die schon zu mir und sagen das schwierig ... wenn ich Negatives oder Kritisches Feedback haben möchte, um mich weiterzuentwickeln.
00:09:49: Dann muss ich das erst recht einfordern!
00:09:52: Eine Studie aus dem Jahr nineteen-neunzig, da haben die Wissenschaftler Ashford und Zuhilführungskräfte... ...und Vorgesetzte und Mitarbeiterinnen gefragt einen ganz interessanten Ergebnis.
00:10:02: Die haben nämlich herausgefunden wer aktiv Negatives Feedback einholt?
00:10:08: Jetzt das erste Ergebnis ist vielleicht naheliegend, der Verstand genauer wie andere die eigene Arbeit bewerten klar und wurde aber von den Befragten auch als wirksamer eingeschätzt.
00:10:19: Und das finde ich interessant weil wer aktiv nach positiven Feedback gefragt hat wird als weniger wirksam eingeschätzt.
00:10:27: Aber in beiden Fällen auf jeden Fall je mehr Macht ich habe, dass nur mehr muss ich mir Feedback überhaupt erst ganz aktiv einholen.
00:10:35: Insbesondere das Negative
00:10:36: natürlich.".
00:10:37: Ja, das sind gute Tipps auf jeden Fall.
00:10:39: und was erlebst du da so in deiner Berufspraxis?
00:10:42: Plaut er noch ein bisschen auch an der Käste bitte!
00:10:45: Das ist auch ganz interessant denn du hast es ja eingangs gesagt, dass ich mich mit Führungskriftecoaching auseinandersetze Und ich erlebe häufig, dass so ein typischer Auslöser für Führungskräfte Coaching gar nicht die Selbsterkenntnis aufgrund einer Selbstreflexion ist.
00:11:02: Sondern wie soll ich sagen eine Art Kollision will ich mal sagen?
00:11:07: Kollision, wie meinst du das?
00:11:09: Ja zum Beispiel eine Kündigung die auf einmal auf dem Tisch liegt oder eine Mitarbeiterbefragung wo das Ergebnis schlechter ist als man gedacht hat.
00:11:17: Oder ein Konflikt der auf einmal rauf ploppt und nach oben durchschlägt.
00:11:20: Und dann kommt oftmals die Frage von den Führungskräften auch an mich als Berater warum passiert das jetzt erst wenn es schon so lange irgendwie Probleme gibt?
00:11:28: Und meine Antwort ist dann meistens, weil es vorher niemand gesagt hat.
00:11:32: Und dass es vorher jemand gesagt hat, hat Gründe.
00:11:35: Da haben wir ja gerade eben drüber gesprochen beim Thema Feedback.
00:11:39: Manche Mitarbeiter trauen sich dann auch gar nicht und darüber hinaus erlebe ich halt auch wiederkehrende Muster.
00:11:46: Was sind denn das für Muster?
00:11:47: Das ist immer interessant.
00:11:48: Ja, das ist auch ganz interessant!
00:11:51: Das ist so ein bisschen das Muster, da die Führungskraft auf der einen Seite hält sich für Naber und Ansprechbarer... Wie ja Politik der offenen Tür und so.
00:12:00: Und das Team beschreibt die Führungskraft aber eher als unter Zeitdruck, als schwer erreichbar.
00:12:05: Beide Beschreibungen sind ehrlich gemeint und beide stimmen auch.
00:12:09: Also ein Widerspruch an sich eigentlich!
00:12:10: Wie kann das denn sein?
00:12:13: Die Führungskraft bewertet die Absicht, die sie mit ihrer Handlung verfolgt.
00:12:19: Mitarbeitenden bewerten die Wirkung, die das hat.
00:12:21: Und das kann durchaus unterschiedlich sein.
00:12:23: und auch da kommt wieder das Thema Selbstreflexion.
00:12:27: wenn ich das betreibe dann merke ich das vielleicht als Führungskraft.
00:12:30: Und der vielleicht wichtigste Punkt zum Schluss Gerade an die jüngeren Führungskräfte, der Sprung von der Fachkraft zur Führungskraft ist eben halt auch ein Moment in dem sich die Erfolgsmaßstäbe umkehren.
00:12:43: Vorher zählt einfach was man selber leistet durch eigene Hinderarbeit sozusagen und nachher zählt das, was durch andere entsteht Und wer diesen Wechseln nicht bewusst vollzieht.
00:12:52: Auch in einer eigenen Arbeitsweise bleibt als Führungen Kraft innerhalb der Abteilung vielleicht selbst der beste Mitarbeitende und wundert sich aber dass das Team irgendwie nicht so richtig mitzieht.
00:13:03: Man kann also zusammenfassen, so ein bisschen sagen macht ist wie eine Art Filter sie filtert nicht was die Führungskraft sagt sondern sie filtert was die führungskraft hört und daher kann man sagen dass Führungen die einzige Rolle ist in der man umso weniger erfährt wie man wirkt je wichtiger es ist das zu wissen.
00:13:21: Deshalb sprechen wir hier heute gerne auch und machen diese Folge.
00:13:24: Wiese würdest du es denn überhaupt als Kernkompetenz bezeichnen, die Selbstreflexion?
00:13:28: Also ist es wichtig dass Führungskräfte eben nicht immer nur auf Zahlen, Datenfakten schauen oder auch reduziert werden sondern eben das die gute Führungen im Grunde bei einer guten Beziehung zu sich selbst anfängt.
00:13:39: setzen wir da an oder wieso hast du's als Kern Kompetenz bezahlt mit Anfangs?
00:13:43: Also wenn ich eine kurze Antwort gebe Selbstreflektion, ich gehe jetzt einmal auf die Zahlen ein.
00:13:49: Wie gesagt hast du selbst Reflexion ist eine Voraussetzung für belastbare Zahlen.
00:13:53: aber ich will das der Reihe nach mal so ein bisschen erklären.
00:13:55: erstmal vielleicht zu diesem Begriff weil klar man kennt den Begriff Kompetenz und man kennt dem Begriff Kernkompetenz.
00:14:01: Jetzt ist natürlich die Frage Gibt es da wirklich einen Unterschied?
00:14:04: oder benutzen wir das Wort Kernkompetenz einfach nur um bestimmte Dinge besonders wichtig zu machen?
00:14:08: Oder ihr inflationär, genau.
00:14:10: Und nein!
00:14:11: Es gibt da tatsächlich bestimmte Kriterien die eine Kompetenz erfüllen muss damit man sie als Kernkompatenz bezeichnet Und das sind drei.
00:14:19: Das eine Kriterium ist, sie muss Voraussetzung sein für andere Kompetenzen.
00:14:25: Das zweite Kriterum ist, dass ihr Fehlensicht nicht durch andere Stärken ausgleichen lässt und das Dritte ist es, dass sie trainierbar ist.
00:14:33: Jetzt will ich einmal kurz zu den drei Punkten was sagen weil die lassen sich für das Thema Selbstreflexion sehr gut belegen.
00:14:39: zum Stichwort Voraussetzung für andere Kompetenzen ohne die Wahrnehmung der eigenen Wirkung.
00:14:44: Ohne Selbstreflektion lässt Führungsverhalten auch überhaupt gar nicht gezielt anpassen.
00:14:51: Das kennt man aus ganz anderen Kontexten, zum Beispiel aus Entwicklung oder Produktion.
00:14:57: Da gibt es sogenannte Regelkreise die immer aus bestimmten Schritten bestehen.
00:15:01: Man setzt ein Standard, man überprüft die Abweichung von dem Standard und wenn da was erkannt ist dann verringert man diese Abweicherung.
00:15:09: Und wenn diese Überprüfung Wenn die wegfällt, dann läuft der Regelkreis leer und ich entwickle nämlich nicht weiter.
00:15:14: Und so ist es bei Selbstreflexionen im Prinzip auch.
00:15:17: Also ich kann da andere Kompetenzen gar nicht mehr großartig ausbauen.
00:15:21: Zu dem zweiten Punkt – nicht kompensierbar!
00:15:24: Fachliche Exzellenz zum Beispiel gleicht eine verzerrte Selbstwahrnehmung nicht aus.
00:15:30: Sie verstärkt sie sogar eher weil ja der Erfolg des Selbstbild bestätigt.
00:15:36: Und zu guter Letzt, ja sie ist trainierbar aber da werden wir im Laufe dieser Sendungen an verschiedenen Stellen noch drauf kommen wenn ich immer so ein paar Tipps gebe wie man das Ganze dann machen kann.
00:15:45: Das erst mal zur Erklärung warum.
00:15:47: Kernkompetenz und jetzt fragtest du auch nach Zahlen die entstehen durch das Handeln?
00:15:53: Ich hatte gesagt selbst Reflexion ist eine Voraussetzung für Zahlen, Daten und Fakten.
00:15:59: Hierzu vielleicht mal etwas mehr über ein kleine Studie, wieso was manchmal auch untersucht wird fand ich nämlich ganz interessant.
00:16:06: in einer Studie wurden nämlich zwei Gruppen von Menschen miteinander verglichen.
00:16:09: die eine Gruppe hat ganz normal zehn Stunden gearbeitet und die andere Gruppe Hat nur neun Stunden und vierzig gearbeitet, dieselben Arbeitstiligkeiten.
00:16:20: Und hat die letzten fünfzehn Minuten immer damit zugebracht das was getan wurde entweder schriftlich zu reflektieren oder mit anderen zu besprechen.
00:16:30: hat man herausgefunden, dass die Gruppe die fünfzehn Minuten weniger gearbeitet hat.
00:16:35: Zugunsten der Reflexion über die Zeit knapp twenty-fünf Prozent mehr Arbeitsergebnisse produziert hat.
00:16:42: Das ist ja schon mal eine Zahl!
00:16:43: Was bedeutet denn das jetzt dann konkret für die Führungspraxis?
00:16:46: Ja, Führungskräfte, die ihre eigenen Muster kennen, die treffen auch erkennbar bessere Entscheidungen.
00:16:52: Ich mache mal zwei Beispiele.
00:16:53: zum einen Personalentscheidung.
00:16:56: Der klassische Fehler Menschen einzustellen, die einem selbst sehr ähnlich sind.
00:17:01: Weil man das Gefühl hat hey zu denen habe ich einen besonders guten Grad.
00:17:04: Das ist ohne Selbsterkennens gar nicht bemerkbar dass sich diesen Fehler begehe weil er sich eben erst mal wie gutes Urteilsvermögen anfühlt.
00:17:14: oder ein anderes Beispiel wenn ich jetzt ein Team habe.
00:17:17: da gibt es ja auch schon mal Streit im team und das kann auch schonmal eskalieren.
00:17:20: und Eskalationen in einem Team lassen sich sehr oft auf einen Moment zurückführen, indem eine Führungskraft gar nicht auf die Situation reagiert hat.
00:17:30: Sondern darauf was die Situation mit der Führungskraft gemacht hat also eine Reaktion aus der Emotion heraus.
00:17:38: und wer diesen Unterschied bemerkt oder habe ich aus der emotion heraus reagiert?
00:17:44: Der hat eigentlich den größten Teil der Selbstreflektion schon erledigt wenn man so will.
00:17:49: Aber da würde ich dich gerne mal genau mal konkret fragen, wenn ich eben Menschen einstelle die mir ähneln.
00:17:52: Wie bemerke ich das jetzt durch Selbstreflexion?
00:17:56: Da würde ich einfach ein paar Tipps mitgeben was ich tun kann.
00:18:02: um mich selber da so ein kleines bisschen zu überprüfen sage ich mal und zwar kann ich eine sogenannte zwei Spalten Notiz machen in verschiedenen Situationen, unter anderem auch im Bewerbungsgespräch oder danach in der Nachbereitung und stellen mir einfach zwei Fragen.
00:18:20: auf der einen Seite.
00:18:21: Was spricht sachlich dafür zum Beispiel diesen Menschen einzustellen?
00:18:25: Da wird es sicherlich Gründe geben.
00:18:27: Und das zweite ist so eine persönliche Frage wie habe ich ganz persönlich diesen Menschen empfunden?
00:18:33: Wenn ich dann feststelle okay ich schreibe da extrem positive Dinge auf auf der persönlichen Seite, dann kann ich vielleicht noch mal besonders kritisch in die sachliche Spalte gucken und kann sagen hey okay.
00:18:44: Deckt
00:18:44: sich das genau?
00:18:45: Ist meine Wahrnehmung da richtig oder ist das in einer positiven Richtung verzerrt weil ich den so sympathisch gefunden habe oder so?
00:18:52: Okay und wie mache ich das?
00:18:53: dass mein Team irgendwie ermuntert wird mir eine ehrliche Rückmeldung zu geben zu meinem Füllstil, zu meinen Verhalten, zu meiner Arbeit?
00:19:00: Also die eine Sache die ich natürlich machen kann, das hatte ich ja vorhin schon gesagt es, Aber die andere Sache, die erst mal noch viel wichtiger ist, ist selber so ein bisschen offener zu sein was Fehler angeht.
00:19:14: Zum Beispiel in einem Teammeeting dass ich einmal im Monat in einem team meeting eine eigene Fehleinschätzung wirklich benenne nicht epischausbreite sondern kurz ohne das sich jetzt zerknirrscht rüberkommen und vor allen Dingen ganz wichtig auch mit dem was jetzt daraus folgt aus meiner erkenntnis des fehler einräumen das kostet mich fünf sekunden ... unbehagen, aber und das ist der ganz wichtige Outcome sozusagen.
00:19:38: Das schenkt dem Team die Erlaubnis ehrlich zu sein.
00:19:41: Wenn die feststellen hey meine Führungskraft spricht selber auch Fehler an dann traue ich mich auch viel eher auf... ...meine Führungskraft zuzugehen und sagen ey da ist mir was aufgefallen und da mal nachzufragen oder eben halt ein Feedback zu
00:19:52: geben.".
00:19:54: Selbstreflexion ist also nicht irgendwie das Gegenteil von Zahlen, Daten und Fakten.
00:19:59: Man kann um das in so ein Bild zu packen vielleicht sagen die Selbstreflektion ist die Qualitätssicherung für die Brille mit der wir die Zahlen lesen.
00:20:08: Erfahrung wird nicht dadurch zum Können, dass ich sie einfach nur ansammel sondern dadurch das sich auch auswerte und aus diesen Erkenntnissen etwas mache.
00:20:15: Wie immer alles ein bisschen einordnet ist alles nicht im luftleeren Raum.
00:20:19: Genau wie mache ich das denn jetzt als Führungskraft?
00:20:21: Dass ich diese Techniken konkret in meinen Arbeitsalltag integriere?
00:20:24: hast du da Tipps?
00:20:25: Ja wenn ich wieder erstmal eine kurze Antwort gebe dann würde es bedeuten Es ist immer gut Reflexion an bestehende Dinge anzudocken und nicht neu dazu zu nehmen.
00:20:34: Denn der häufigste Grund dafür, dass Reflexionsvorsätze scheitern ist gar nicht mal der Zeitmangel sondern fehlender Auslöser.
00:20:45: Wirksam sind Koppelungen an ohnehin bestehende Fixpunkte zum Beispiel die Zugfahrt die regelmäßig habe oder der Weg vom Meetingraum zum Schreibtisch die letzten Minuten bevor ich den Rechner herunterfahre der Freitag Nachmittag oder so also Dinge die sowieso regelmäßig wiederkehren wo ich das dann andocken kann.
00:21:02: und jetzt gibt es natürlich die Frage, ja okay verstanden.
00:21:05: Dass ich das irgendwo andocke?
00:21:07: Die Frage ist ja was kann ich denn da andocken?
00:21:10: und da habe ich einfach mal drei Möglichkeiten mitgebracht, was man selber so tun kann.
00:21:16: Erste ist das sogenannte Drei-Fragen.
00:21:19: Die Briefing heißt das, das kommt ursprünglich eigentlich aus dem Militär, aus der Luftfahrt und der Medizin.
00:21:26: Da wird diese Methode nämlich benutzt um nach Dingen die passiert sind halt so ein strukturiertes Review zu machen ... um durchschnittlich... ... zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent erhöhen.
00:21:47: Und dafür braucht man eigentlich nur folgende drei Fragen, nämlich als erstes die Frage was war beabsichtigt mit dem was wir getan haben?
00:21:57: Die zweite Frage ist tatsächlich passiert?
00:22:00: und die dritte Frage, die sich so ein bisschen da draus ergibt Was mache ich beim nächsten Mal anders?
00:22:06: Und wenn ich es ein bisschen konkreter formulieren möchte, ab wann mache ich das anders und woran merke ich dass sich andere Ergebnisse bekommen.
00:22:13: Dafür brauche ich in der Regel einfach nur fünf Minuten nach jedem wichtigen Termin.
00:22:17: und die dritte Frage ist da die entscheidende weil das ist ja die Erkenntnis die ich dann aus der Beantwortung der ersten beiden Fragen Zier.
00:22:27: Manchmal könnte es aber auch sein, dass das Ergebnis auch einmal gut war oder?
00:22:30: Ja natürlich!
00:22:31: Also die Antwort habe ich jetzt doch so wie geabsichtigt
00:22:34: und es geht ja bei Selbstreflektion wichtig, dass du danach fragst, selbst Reflexion geht's ja nicht darum jetzt immer nur irgendwelche Fehler zu finden sondern ja auch zu gucken welche Dinge funktionieren denn gut.
00:22:45: Das kriege ich mit Selbstreflexion natürlich auch gut raus.
00:22:47: Die zweite Methode ist etwas was ein bisschen was längerfristiges ist.
00:22:51: vielleicht.
00:22:52: Ich nenne es mal den Kalenderrückblick.
00:22:55: Da nehme ich mir zum Beispiel einmal im Quartal eine Stunde Zeit, zum Beispiel am Freitag.
00:23:00: Zum Andocken an die Woche und gucke dann einfach... deswegen heißt es auch so in meinen Kalender rein und guck mir die letzten vier Wochen mal an und beispielsweise meine Termine, die ich in den letzten vier wochen hatte und markiere die mal mit den drei Kategorien hat gewirkt war nötig oder hätte entfallen können.
00:23:19: Und wenn man das so in der Retrospektive mal macht, dann wird man erstaunt sein was dabei rauskommt.
00:23:26: Warum?
00:23:26: Weil...
00:23:27: Ja weil es glaube ich mehr Dinge gibt als wir denken die im Rückblick verzichtbar sind, wo man gesagt hätte da hätte ich die Zeit besser nutzen können oder das Meeting hätte vielleicht.
00:23:39: ja das war nicht überflüssig aber das hätte deutlich kürzer gestaltet werden können zugunsten von anderen Dingen.
00:23:43: als Beispiel geht so ein bisschen, überschneidet sich das vielleicht mit dem Thema Zeit und Selbstmanagement aber hat auch was mit Selbstreflexion zu tun.
00:23:52: Ja und das dritte und letzte ist sicherlich das kürzeste Knackigste.
00:23:56: ich nenn's mal den Reflexionsanker.
00:23:58: es geht um eine einzige Frage die ich mir stelle immer an dem selben Ort zum Beispiel auf dem Weg vom Besprechungsraum zurück zum Schreibtisch dass ich jedes Mal wenn ich aus einer Besprechung komme zurück zu meinem Schreibtisch gehe, mir die Frage stelle als Beispiel was habe ich im Meeting gerade nicht gesagt?
00:24:15: Was ich hätte sagen sollen.
00:24:17: Ein Anker eine Frage jeden Tag nicht mehr.
00:24:20: und da sieht man gerade an der letzten Methode sieht man dass selbst Reflexion tatsächlich nicht unbedingt zusätzliche Zeit kosten muss.
00:24:28: Ich muss nur einmal bewusst kurz darüber nach.
00:24:30: Richtig,
00:24:30: genau.
00:24:31: Ja und vielleicht spannendste Frage ist ja jetzt auch wie verändert sich denn der Führungsstil einer Führungskraft die sich selbst reflektiert?
00:24:38: Wie sind da deine Erfahrungen aus der Praxis in den Unternehmen?
00:24:41: Also da kann ich auf jeden Fall mehrere Dinge benennen.
00:24:44: Ich fange erstmal mit drei Punkten an die auch ganz gut durch Studien belegt sind.
00:24:49: zum einen der sozusagen der Spalt zwischen Reiz und Reaktion wird breiter.
00:24:54: also Ein Reiz ist ja etwas, was ich aufnehme.
00:24:56: Was ich erlebe und dann zeige ich da drauf eine Reaktion.
00:24:59: Und wenn ich sage der Spalt wird breiter heißt das dass es zu weniger spontanen Reaktionen oder Eskalation kommt und ich selber mich besser steuern kann.
00:25:09: Da bin
00:25:09: ich ein bisschen durchdachter.
00:25:11: Ja genau genau und dass sich nicht immer gleich sofort irgendwie was sage sondern vielleicht einmal kurz durchatmen und dann meine Antwort auch nicht so emotional ist bei Spitzenreise.
00:25:20: Der zweite Punkt ist, nenne ich mal als Stichpunkt mehr belastbares Feedback.
00:25:25: Wer sich selber überprüft fragt auch anders stellt auch andere Fragen und wenn man andere Fragen stellt bekommt man auch andere Antworten.
00:25:34: Und zu guter Letzt vielleicht auch ganz wichtig gerade für die Mitarbeitenden Auch mehr Fehler Toleranz nach unten.
00:25:41: wer sich vorstellen kann dass man selber durchaus Mal ein Fehler macht wird auch Die Fehler von anderen Menschen nicht so sehr dramatisieren.
00:25:49: Okay,
00:25:50: das waren jetzt spannende Erkenntnisse aus Studien.
00:25:52: und gibt es da auch Veränderungen die du wirklich selbst konkret in deiner Berufspraxis dann erlebst?
00:25:57: Ja natürlich gibt's das.
00:25:58: Auch da will ich mal drei Dinge nennen.
00:26:01: zum Beispiel fangen Führungskräfte an Fragen zu stellen, bevor sie Lösungen anbieten.
00:26:07: Das klingt jetzt erstmal relativ klein verändert die Team-Team-Dymagnamik aber grundlegend weil eine Führungskraft wünscht sich ja eigentlich dass gibt so diesen Spruch Ich möchte keine Probleme hören sondern Lösungen hören.
00:26:19: So und dieses Denken muss ich bei meinen Mitarbeitenden aber natürlich erst erzeugen.
00:26:24: Und das kann nicht eben halt dadurch, dass ich nicht immer jede Lösung zulieferere sondern einfach mal Fragen stelle und dadurch die Mitarbeitende zu Lösungen führe.
00:26:33: Wenn das Team aufhört auf Antworten von mir zu warten dann beginnen sie selbst über Antworten nachzudenken.
00:26:39: Das ist also schon finde ich auch ein wichtiger Unterschied.
00:26:43: Eine zweite Veränderung ist, dass Führungskräfte aufhören.
00:26:46: Jedes Problem was es gibt an sich selbst gerichtet zu verstehen.
00:26:52: also ein Widerspruch im Miethängen wenn ein Mitarbeiter etwas anders sieht zum Beispiel ist dann einfach nur ein Wiederspruch und kein Angriff gegen meine Person.
00:27:01: ganz genau Ja.
00:27:03: und drittens was ich auch sehr wichtig finde, mehr situative Führung.
00:27:06: Also ich habe viele Führungskräfte erlebt die zwar Feedback von ihren Mitarbeitenden bekommen aber das immer wegbügeln mit so einem Schulterzucker und zu sagen so bin ich eben!
00:27:18: Ja.
00:27:18: Und wenn ich mich selbst reflektiere, dann bekomme ich auch mehr Wahl was meine eigenen Verhaltensweisen angeht und kann das mehr beeinflussen und kann dann auch individueller mit meinen Mitarbeitenden umgehen was denen natürlich zugute kommt.
00:27:30: Das nennt man letzten Ende situative Führung.
00:27:32: Genau du hast ja schon über die Techniken also ein paar Techniken uns genannt wie das debriefing zum Beispiel wie ich das konkret in mein Arbeitsalltag ans Führungskraft einbaue.
00:27:41: und wenn jetzt eben unsere Hörerinnen und Hörern das starten möchten welche Tipps hast du darüber hinaus vielleicht noch?
00:27:46: Also Wie viel Zeit kostet das eigentlich?
00:27:50: Also mache ich das jetzt dreimal die Woche fünf Minuten oder morgens oder abends am Ende des Arbeitstages.
00:27:56: Oder sollte ich von meinem Arbeitsalltag irgendwie mal Notizen anfertigen über kritische Punkte, damit ich es am Ende nicht vergessen
00:28:02: habe?
00:28:02: So viele Fragen!
00:28:03: Aber ich werde mal versuchen der Reihe nach, die Fragen so ein bisschen zu beantworten.
00:28:06: Beginn möchte ich allerdings mit einer Frage, die du nicht gestellt hast was nicht schlimm ist nämlich, wonach richtet sich das überhaupt?
00:28:14: Weil du ja gesagt hast kurz oder lange morgens oder abends, wonach richtet sich das?
00:28:17: Und da kann man natürlich erst mal sagen.
00:28:19: Das hängt so ein bisschen klar von der eigenen Persönlichkeit und dem individuellen Alltag auch ab aber auch von dem was ich erreichen möchte.
00:28:27: es gibt hier also nicht die eine richtige Lösung die für alle passt.
00:28:31: Es muss zu mir und meinem Leben und meinem Anliegen passen Kann im ersten Moment vielleicht ein bisschen verwirrend klingen.
00:28:37: jetzt Versuch mal, so ein kleines bisschen Ordnung da reinzubringen.
00:28:41: Du hast ja zum Beispiel gefragt nach der Frequenz und nach der Dauer also wie oft... ...und wie lange?
00:28:47: Und wenn ich hier wieder in Studien reingucke dann zeigt sich um es einfach mal ganz kurz zusammengefasst zu sagen täglich und kurz ist besser als seltener und länger.
00:28:57: Regelmäßigkeit schlägt dauer und ein fester Anlass schläge einen festen Wochentag.
00:29:03: Also es ist besser nach jedem Meeting zu sagen als zu sagen jeden Mittwoch.
00:29:07: Jetzt sortieren wir das noch mal ein bisschen nach einem Anlass, weil es kann ja auch unterschiedliche Gründe für die Selbstreflektion geben.
00:29:13: oder Eingangs haben wir gesagt, es ist wichtig dass ich auch mit einer Fragestellung in die Selbst Reflexion gehe und das können ja ganz unterschiedliche Fragestellen sein.
00:29:21: geht es zum Beispiel um das Thema Energie- und Haltung beispielsweise irgendwie aus dem Themenbereich dann sind Selbstreflexionen die morgens ganz gezielt positiv fokussiert und kurz sind, sehr gut.
00:29:35: Geht es aber eher darum aus konkreten Situationen etwas zu lernen in der Selbstreflexion?
00:29:42: Dann ist es am besten das direkt nach dem Ergebnis oder nach dem Ereignis oder an Tagesende zu machen.
00:29:48: zum Beispiel mit diesem drei Frage Briefing was ich eben vorgestellt habe geht es um eine Richtung, in die ich mich entwickeln möchte oder in die bestimmte Dinge sich entwickeln sollen und um meine Rolle.
00:29:58: Dann ist es gut etwas größere Abstände zu nehmen das ganze die Selbstreflexion länger also mir mehr Zeit dafür zu nehmen und gegebenenfalls dass auch nicht alleine zu machen.
00:30:09: Wer diese Sachen nicht trennt oder sich darüber keine Gedanken macht der macht alles gleichzeitig und wenn man als gleichzeitig macht dann meistens genau da macht man meistens nichts richtig.
00:30:20: Ja, und dann hast du ja auch noch gefragt nach dem Aufschreiben.
00:30:22: Ob das
00:30:24: hilfreich sein könnte?
00:30:26: Also grundsätzlich kann das hilfreich sein einfach aus dem Grund weil es zu einer Art von Festlegung zwingt.
00:30:32: Meinst Du weil es dann schwarz auf weiß steht oder?
00:30:34: Ja
00:30:35: genau!
00:30:35: Weil Gedanken die ich mir mache können sich bei jeder Wiederholung der Gedanken leicht verändern und ich merke das manchmal noch nicht mal.
00:30:43: Aber ein aufgeschriebener Gedanke, der ist überprüfbar.
00:30:46: Du hast es so schön gesagt mit schwarz auf weiß kann ich mir das immer wieder angucken auch noch in vier Wochen wenn mein Gedächtnis vielleicht schon das eine oder andere wieder vergessen hat.
00:30:56: Dennoch will ich das Aufschreiben ein kleines bisschen einschränken, was viele Leute jetzt vielleicht denken so eine Fehler-Liste anzufertigen.
00:31:05: Ich schreibe alles auf was ich in den letzten Tagen irgendwie falsch gemacht habe oder sowas.
00:31:09: Das ist eigentlich die schlechteste Form von Selbstreflexion wie man betreiben kann weil das Notieren kritischer Punkte Nebenwirkung haben kann.
00:31:18: es entsteht im Prinzip eine Sammlung von Belegen gegen mich selbst und ja genau für Menschen gibt es ja, die sowieso eine Neigung haben zum grübeln.
00:31:29: Ist das dann wie so ne Art Verstärker und deswegen ist wenn ich's alleine mache... Ich nenne das mal ne paarweise Reflexion ganz gut dass sich mir aufschreibt was es passiert?
00:31:41: Auf der einen Seite das wäre ja diese Liste und dann aber auch immer was folgt daraus, dass ich auch etwas Positives sehe und sage hey!
00:31:47: Ich habe jetzt ne Erkenntnis und kann etwas tun.
00:31:50: Oder ich selber empfehle für diese Reflexion auch immer ganz gerne den Drei-Zwei-Eins-Freitag.
00:31:57: Was ist denn der Drei Zwei Eins Freitag?
00:31:58: Da bin ich gespannt!
00:31:59: Ja, also ein bisschen sagt ja der Name schon... Also es geht darum immer freitags etwas zu machen, zehn Minuten und mich mit drei Fragen zu beschäftigen.
00:32:06: Und diese drei Fragen sind mit drei zu eins gemeint weil das in der Frage vorkommt Die drei in der Frage, und das ist die erste Frage.
00:32:16: Welche drei Situationen waren in dieser Woche für mich schwierig?
00:32:21: Welche zwei Muster erkenne ich in diesen Situationen wieder?
00:32:25: Muster sind ja meistens Dinge, die in mir liegen!
00:32:28: Und was mache ich nächste Woche einmal anders um zu gucken ob sich damit eine andere Wirkung erzeugt?
00:32:35: Es gibt so viele Methoden, Wahnsinn.
00:32:37: Ja und wer ins Internet geht und selber nochmal recherchiert wir nennen ja hier jetzt nur eine Handvoll und es gibt noch so viel mehr.
00:32:44: Da
00:32:45: muss ich das sonst noch mal von vorne anhören unsere Sendung.
00:32:49: Natürlich sehr gerne.
00:32:50: Worüber wir vielleicht auch noch kurz sprechen müssen ist ja so echte Selbstreflexion.
00:32:54: Das hat ja auch gar nichts damit zu tun dass man als Führungskraft jetzt irgendwie immer lächeln oder immer gute Laune verbreiten muss oder so richtig haben wir schon geklärt eigentlich.
00:33:01: Auch hier zunächst die kurze Antwort.
00:33:03: ja also gerade dass was du mit der Frage zum Ausdruck bringen willst, stimmt total.
00:33:08: Für unsere Hörerinnen möchte ich aber gerne ein kleines bisschen tiefer gehen um das zu erklären.
00:33:14: Natürlich, das wissen wir alle ist einem nicht immer zum Lächeln zu muten.
00:33:19: auch einer Führungskraft ist zum Lächeln zu muten und bei Führung geht es ja auch um das Thema Authentizität.
00:33:26: Es geht um Echtheit, und es geht um Dosierung Und aufgesetzte Emotionen haben tatsächlich auch nachweisbare Kosten.
00:33:34: Ich erlebe mich selbst dann nicht als authentisch, wenn ich die ganze Zeit sozusagen etwas vorspiele.
00:33:40: Und das geht mit emotionaler Erschöpfung und der Beeinträchtigung meines Wohlbefindens einher.
00:33:44: Darüber hinaus merken meine Mitarbeitenden, dass ich nicht authentisch bin.
00:33:48: wir Menschen haben da sehr feine Antennen für so was zu spüren und das sorgt dann für einen Vertrauensverlust.
00:33:54: Das ist sozusagen der harte Kern.
00:33:56: Die Dauer-Lächelführungskraft zahlt einen messbaren Preis dafür selbst und das Team merkt es eben halt auch.
00:34:03: Im Grunde genommen sind eigentlich drei Dinge wichtig oder drei Gedanken, die ich mir als Führungskraft machen sollte wenn ich mit meinen Mitarbeitenden bei Samen bin in unterschiedlichen Kontext.
00:34:16: Das erste ist das sogenannte Wahrnehmen also die Frage was fühle ich gerade in einer bestimmten Situation zum Beispiel im Meeting und ich bekomme jetzt Widerspruch für irgendetwas was ich sage Hier gibt es auch keine Grenze, da darf erstmal alles wahrgenommen werden.
00:34:29: Es ist sogar wichtig das wahrzunehmen was da in mir passiert.
00:34:31: Der zweite Schritt ist dann das Verstehen.
00:34:35: Was sagt mir das?
00:34:36: Dass das bei mir gerade passiert dass die Emotion XY jetzt gerade entsteht.
00:34:41: Das sind
00:34:41: dann die Selbstreflektionen?
00:34:42: Genau!
00:34:42: Das ist die Selbst Reflexion ganz wichtig.
00:34:45: Auch hier gibt es keine Grenzen.
00:34:46: im Gegenteil dieser zweiten Schritt das ist sozusagen die Arbeit die ich machen muss und der dritte Schritt das zeigen das ist das was sich nach außen gebe meine Reaktion, die ich tatsächlich zeige.
00:34:56: Und hier sollte ich mir die Frage stellen zum Beispiel in der Meeting-Situation was von dem, was gerade raus möchte aus mir gehört in diese Situation, gehört vor diesen Menschen und zu diesem Zeitpunkt?
00:35:08: Das ist sozusagen die Führungsleistung, die er bringen muss mich da zu regulieren.
00:35:12: und wer die ersten beiden Punkte das Wahrnehmen und das Verstehen unterdrückt um das was sich nach außen gebe ganz stark zu kontrollieren, er betreibt Schauspiel Mit den Kosten, die ich eben genannt habe.
00:35:24: Wer allerdings auf der anderen Seite diesen dritten Punkt das nach außen zeigen nicht steuert verwechselt Authentizität mit Ungefiltertheit und lädt sozusagen die eigene Regulationsarbeit, die man machen muss beim Team ab – und das ist natürlich auch nicht gut!
00:35:42: Teams durchschauen aufgesetzte Positivität sehr zuverlässig.
00:35:46: Was dabei entsteht, sage ich vorhin ist nicht Zuversicht sondern tatsächlich Misstrauen und zwar irgendwann dann auch gegenüber den ehrlichen Botschaften die ich zwischendurch dann vielleicht mal sende.
00:35:57: Und Authentiz- ... Schweres Wort... authentizität bedeutet Nicht einfach alles zu zeigen Sondern das bedeutet nichts zu zeigen Was nicht stimmt?
00:36:07: Und das ist ein ganz großer Unterschied.
00:36:09: Emotionen zeigen, um dem Team Orientierung zu geben – das ist Führung!
00:36:13: Genau und generell ist es aber bei diesem Thema jetzt schon, wir kommen jetzt zum Ende dieser Folge ja schon alles eine Überwindung sicherlich für den einen oder anderen, für die einen oder andere Führungskraft.
00:36:22: Ja also definitiv ich sage immer, dass sage ich auch gerne in Führungenskräfte Seminaren.
00:36:27: Die schwerste Arbeit, die ich leisten kann, das ist die Arbeit an mir selbst Das kann man überhaupt nicht kleinreden.
00:36:32: Allerdings ist der Ertrag auch enorm Klar, ich will mal kurz ein bisschen was dazu sagen.
00:36:37: Warum das denn eigentlich so ist?
00:36:39: Dass es insbesondere Führungskräfte vielleicht auch über Winderen kostet wirklich Selbstreflektion zu betreiben.
00:36:45: Zum einen hat das etwas mit der in Anführungsstrichen Fallhöhe zu tun Nämlich wer für Entscheidungen einsteht, für Entscheidung verantwortlich ist.
00:36:53: Hat so gesehen auch mehr zu verlieren wenn sich die eigenen Entscheidungen mal als falsch erweisen.
00:36:58: das ist das eine.
00:37:00: Dann ist es ein Thema der in Anführungsstichen Zuschauer also gerade als Führungskraft funktioniert.
00:37:06: selbst Reflexion nicht im Luftleeren Raum sondern es gibt Leute um mich herum die mich dabei beobachten, wenn auch nicht gezielt.
00:37:13: Aber wenn eine Führungskraft sich verändert bekommen das die Mitarbeitenden mit und das kann immer so ein Rechtfertigungsdruck vielleicht auch erzeugen.
00:37:21: Und der dritte Punkt ist auch eine gewisse Art der Selektion.
00:37:24: also wer gefördert wird innerhalb eines Unternehmens, wer Führungskraft wird, ist meistens jemand, der in bestimmten Situationen eine Eigenschaft hat nämlich Entschiedenheit zeigen zu können Durchsetzungsvermögen.
00:37:36: Und diese Personen, die sehr entscheidungsfreudig sind, die sind sehr darin geübt.
00:37:41: Zweifel entweder nicht zu zeigen oder eben noch nicht mal zu haben und ja dieses Zweifeln nicht zeigen überträgt sich dann halt auch leicht auf das Zweifelen selbst dass ich einfach an meinen Entscheidungen überhaupt gar nicht mehr zweifeln und dieselbe auch gar nicht hinterfrage.
00:37:57: allerdings kann ich auch aus eigener Erfahrung alle Zuhörenden so ein kleines bisschen beruhigen Die Überwindung zur Selbstreflektion ist beim ersten Mal tatsächlich am größten und singt danach überraschend schnell.
00:38:11: Und vielleicht auch noch als Tipp, wenn Sie sich Feedback einholen wollen von Ihren Mitarbeitenden achten Sie darauf wie sie nach Feedback fragen.
00:38:19: stellen Sie die kleinste mögliche Frage.
00:38:22: zum Beispiel Fragen Sie nach einer gezielten Situation Keine Ahnung, als Beispiel wie war meine Moderation gestern in dem Meeting anstatt zu einer allgemeinen Frage zu stellen.
00:38:31: Wie bin ich als Führungskraft?
00:38:32: Also wenn es eine Botschaft gibt die ich mit der Folge heute raus senden möchte dann geht die natürlich an die Führungskräfte da draußen.
00:38:40: trauen sie sich holen Sie sich aktives Feedback ein reflektieren Sie sich bewusst zielgerichtet und handlungsbezogen Und sie werden überrascht sein was für Wirkung das haben kann.
00:38:52: An die ganzen Arbeitgeber da draußen.
00:38:55: unterstützen sie ihre Führungskräfte in der Weiterentwicklung.
00:38:58: Das kommt immer dem ganzen Unternehmen zugute, Sie wissen selber wie viel Konflikte innerhalb von Teams kosten.
00:39:05: und natürlich ganz wichtig an dieser Stelle zu erwähnen wir als Arbeitgebersverband unterstützen auch gerne zum Beispiel mit Coachings
00:39:12: Genau, unsere Mitglieder sehr gerne und jetzt haben wir alle auch einen Überblick darüber bekommen was du hier jetzt machst in deiner neuen Position unter
00:39:19: anderem.
00:39:20: Ich wollte gerade sagen das ist nicht alles!
00:39:22: Ja vielen Dank Tobias für deine Zeit und die wertvollen Tipps und Hinweise.
00:39:26: Und dann sagen wir jetzt hier an dieser Stelle Tschüss und bis zur nächsten Folge.
00:39:30: Ja, auch von mir vielen Dank fürs Zuhören!
00:39:32: Wenn es noch Fragen zu dem Thema oder auch anderen Themen gibt, dann scheuen Sie sich nicht an uns wenden sofern sie Mitglied bei uns sind natürlich.
00:39:39: Für den Moment hoffe ich erst mal dass wir Ihnen ein paar Impulse mitgeben konnten und in diesem Sinne hoffentlich bald.
00:39:45: Das war Arbeitsrecht in Kürze der Podcast des Arbeitgeberverbandes Lüneburg Nordost-Niedersachsen.
00:39:51: Bitte beachten Sie das wir in diesen Format die Themen nur anreißen.
00:39:55: Für eine individuelle Beratung stehen wir unseren Mitgliedern gerne zur Verfügung.
00:39:59: Die Kontaktdaten finden Sie auf unserer Internetseite, vielen Dank fürs Zuhören, abonnieren sie uns gern und bis zum nächsten Folge!
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